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Ein 'Apostel Paulus' für Afghanistan - Er überschlug die Kosten für Christus

Aus dem Buch „More to be Desired than Gold“, True Stories told by Christy Wilson, ISBN 0-9640910-1-1

3. Teil

In einem prophetischen Wort sagte Paulus einmal zu einem kanadischen Freund, der Christ war, falls Gulbuddin Hikmatyar, der Leiter einer fanatisch-muslimischen Gruppe namens Hisbe-Islami (Partei des Islam), ihn, Paulus, gefangen nähme, würde er getötet werden. Er und Hikmatyar waren beide zur selben Zeit Studenten an der Universität in Kabul gewesen, Paulus in Rechtswissenschaften und Gulbuddin in Ingenieurwesen. So kannten sie einander. Wahrscheinlich war es dort, wo Gulbuddin erfuhr, dass Paulus Christ war.

Entführt und gefoltert

Am 23. März 1988 wurde Paulus von dieser Gruppe entführt. Er wurde beschuldigt, ein CIA-Agent zu sein, weil er Englisch konnte, ein KGB- oder Khad-Spion, weil er Russisch sprach und ein Abtrünniger vom Islam, weil er Christ war. Er wurde stundenlang mit Ruten geschlagen. Ein Sehender kann sich anspannen und zurückweichen, wenn der Schlag kommt. Aber einer, der blind ist, kann den Stock nicht kommen sehen und bekommt so die volle Wucht des Schlages ab, so wie es der Herr Jesus Christus erlebte, als er mit verbundenen Augen geschlagen wurde (Luk 22,64).

Bemühungen um eine Freilassung

Als ich von seiner Gefangennahme hörte, reiste ich im Sommer 1988 nach Pakistan, um mich für seine Freilassung einzusetzen. Ich sprach dort mit Beamten, aber ihre Bemühungen, ihn zu befreien, schlugen fehl. Offensichtlich war er aus Pakistan hinausgebracht und in Afghanistan inhaftiert worden. Ich traf mich mit seiner Frau und den drei Töchtern. Vier Monate nach Paulus' Festnahme wurde ihnen ein Sohn geboren, der seinem Vater sehr ähnlich sieht. Keiner weiß, ob Paulus jemals erfuhr, dass er einen Sohn hatte.

Gerüchte über die Ermordung

Gerüchte gingen um, dass die Hisbe-Islami-Partei Paulus auf grausame Weise ermordet habe. Dieselbe Gruppe hatte zwei pakistanische Christen gefangengenommen und gefoltert, die Hilfsgüter an bedürftige Afghanen ausgegeben hatten. Bevor sie freigelassen wurden, sagte man ihnen: "Wir werden euch nicht so töten, wie wir Paulus getötet haben. Aber lasst euch nicht noch einmal bei solcher Tätigkeit erwischen".

Als Betty und ich im Frühjahr 1991 für drei Wochen zurück nach Kabul kamen, erzählte uns ein afghanischer Freund folgende Geschichte: Auch er war um seines Glaubens willen ins Gefängnis gekommen. Aber im Kampf rivalisierender Gruppen traf eine Rakete das Gebäude, in dem er war, und zerstörte es. Seine Bewacher rannten in Sicherheit, und er verließ das Gefängnis unverletzt. Dies erinnert an die wunderbare Befreiung der Apostel in der Apostelgeschichte Kapitel 4, 12 und 16. Auch dieser afghanische Christ hatte gehört, dass Paulus wegen seines Glaubens getötet worden sei.

Paulus starb als Märtyrer

Durch Verwandte von Paulus' Frau haben wir jetzt die gesicherte Information, dass Paulus als Märtyrer gestorben ist. Berichten zufolge fragte Gulbuddin Hikmatyar Paulus, ob er Christ sei. Dann schnitt er ihm mit einem scharfen Messer die Zunge ab und gab Befehl, ihn zu erschießen. Paulus liegt nun begraben irgendwo in der Nähe von Khost, 100 Meilen südlich von Kabul. Er war 39 Jahre alt.

Was Paulus erlebte, ist ein grober Verstoß gegen die Menschenrechte. Auch im Koran heißt es: 'In der Religion gibt es keinen Zwang' (Sure 2,256). Wir beten darum, dass Afghanistan eines Tages Religionsfreiheit gewähren wird, die grundlegend für alle anderen Freiheiten ist.

Seine Familie

Vor seiner Gefangennahme hatte Paulus einen befreundeten Christen, Arley Loewen, gebeten, für seine Familie zu sorgen, falls ihm etwas zustoßen sollte. Später half Arley Paulus' Frau und den beiden jüngeren Kindern, nach Nord-Amerika zu kommen.

Jesus prophezeite: 'Eine Zeit wird kommen, da jeder, der euch tötet, meinen wird, einen Dienst für Gott zu tun' (Joh 16,2). Nach seiner Auferstehung befahl er seinen Nachfolgern: 'Seid getreu bis in den Tod, so will ich euch die Krone des ewigen Lebens geben' (Offb 21,4). Paulus wurde zum Märtyrer für Christus, und einmal werden wir ihn im Himmel sehen, wo kein Tod, kein Schmerz und keine Blindheit mehr sein wird, denn wir alle werden Jesus von Angesicht sehen.

Er hatte die Kosten überschlagen und gab sich freiwillig für Jesus hin, der ihn geliebt und sich selbst für ihn hingegeben hatte.

ENDE

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