Youcef Nadarkhani ist wegen „Abfalls vom Islam“ zum Tode verurteilt. Foto: PR
Hannover (idea) – Zum Gebet für die Freilassung des zum Tode verurteilten iranischen Pastors Youcef Nadarkhani ruft der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), auf.
Der 34-jährige Geistliche einer Untergrundgemeinde sitzt in einer Todeszelle in Rascht ein. Nadarkhani, der sich im Alter von 19 Jahren vom Islam zum Christentum bekehrte, wurde im September 2009 verhaftet und ein Jahr später wegen „Abfalls vom Islam“ zum Tode verurteilt. Im Jahr 2011 wurde das Urteil aufgehoben und an eine niedrigere Instanz zurückverwiesen. Während der Neuverhandlung lehnte er es ab, seinen christlichen Glauben zu widerrufen, woraufhin er erneut zum Tode verurteilt wurde. Schneider fordert die evangelischen Kirchenmitglieder auf, in den Gottesdiensten am Sonntag „Reminiscere“ (Gedenket) am 4. März für den Pastor zu beten. Dieser Sonntag ist in der EKD der Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen gewidmet. Schneider appelliert in einer am 2. März in Hannover veröffentlichten Pressemitteilung an die Christen in Deutschland, die vielen Glaubensgeschwister nicht zu vergessen, die um ihres Glaubens willen unter Bedrängnissen und Verfolgung leiden. Nach Schätzungen sind davon etwa 100 Millionen Christen betroffen.
Todesurteil aus Glaubensgründen inakzeptabel
Zu Nadarkhanis drohender Hinrichtung erklärt Schneider: „Es ist für uns inakzeptabel, dass ein Mensch aufgrund seiner Religionszugehörigkeit verhaftet und zum Tode verurteilt wird. Die Religionsfreiheit und das Recht auf freie Religionsausübung ist ein verbrieftes Menschenrecht, das auch für Angehörige religiöser Minderheiten im Iran gilt.“ In der Islamischen Republik ist das Religionsgesetz Scharia Grundlage der Rechtsprechung. Sie sieht die Todesstrafe für den „Abfall vom Islam“ vor. Von den 74,2 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.
Dank für Einsatz von Politikern
Schneider ist dankbar, dass sich Politiker in Deutschland und weltweit intensiv um Nadarkhanis Freilassung bemühen. Für ihn setzen sich unter anderen US-Außenministerin Hillary Clinton, Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und der Fraktionschef der Union im Bundestag, Volker Kauder, der Petitionsausschuss des Bundestags sowie der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Markus Löning (FDP), ein.

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