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Geschichte vom Staub

Vor langer Zeit gab es in einer Ebene ein Dorf. Wegen der großen Hitze war die Ebene zur Steppe geworden. Wenn der Wind blies, vermischte er sich mit Staub. Und in der Wüste gab es immer Wind. Der Staub war eine große Plage. Eine Staubwolke bedeckte fast immer das Dorf. Die Fenster und Türen halfen nicht gegen den Staub. Der Staub fand den kleinsten Spalt und war im Haus, in jeder Kiste, in allem Geschirr. Nur das Quellwasser war rein wie ein Diamant. Nachdem es aber mit einem Eimer nach Hause getragen wurde, war es bereits mit Staub verschmutzt.

Der Staub war nicht nur feiner Sand, sondern enthielt zugleich eine giftige Substanz. Die Augen der Dorfbewohner wurden dadurch geschwächt. Manche waren fast erblindet. Der Staub verdarb den Geschmack des Essens. Er verursachte im Magen und in den Lungen Krankheiten und war ein furchtbares Problem. Doch die Dörfler hatten sich an den Staub gewöhnt und waren sich der Verschmutzung gar nicht mehr bewusst. Wenn sie sich mit dem unsauberen Wasser wuschen, dachten sie, sie wären nun völlig sauber. Klar, ständig von Staubwolken umgeben und mit halbblinden Augen konnten sie das auch gar nicht sehen.

Eines Tages kam ein Befehl vom Herrscher des Landes. Die Dorfbewohner sollten eine Delegation zu ihm schicken, damit er sie befragen konnte. Sie trafen sich und besprachen die Sache. Am Ende bildeten sie eine Abordnung und sandten sie zum Herrscher. Einige Älteste hatten aber vorher die Bewohner gewarnt: „Unsere Delegation ist gut, aber nicht ausreichend für den Kaiser, weil sie überall mit Staub beschmutzt ist. Sie muss sich an einem anderen Ort reinigen und sich umziehen. Andernfalls wird die Ehre des Herrschers beschmutzt und wir entehren ihn. Unser Herrscher würde darüber zornig werden und die ganze Delegation ins Gefängnis werfen.“ Die anderen sprachen sich dagegen aus: „Nein, sie sind sauber, nur hier noch ein bisschen waschen, dann genügt das. Sie sind sauberer als wir. Der Herrscher wird das richtig bewerten.“ Die erste Gruppe war überstimmt und die Delegation ging ihres Weges. Als sie sich aber dem Palast näherte, sah sie, wie sauber und fehlerlos er war. Sie fielen in Panik. In dieser Umgebung erkannten sie erst genau, wie beschmutzt sie waren.


Wer an die Sünde gewöhnt ist, merkt es nicht einmal mehr. Erst wenn er dem Standard Gottes gegenüber gestellt wird, ist er getroffen von der Realität seines Zustandes. Machen wir uns deshalb nichts vor indem wir sagen, dass wir nicht schlechter sind als die anderen.

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