Ein westlicher Arbeiter aus Burkina Faso schrieb seine Sichtweise zum Thema Welthunger, die durchaus interessant ist.
"Es ist nicht so, dass alle Afrikaner gut sind und ihre Armut nur ein
höheres und unabwendbares Schicksal ist, während alle Weißen
rücksichtslose Kapitalisten sind, die nun sogar noch mit
Nahrungsmitteln spekulieren, um ihren Reichtum zu mehren. Solch eine
Einteilung der Welt in Gute und Schlechte ist doch etwas zu schlicht
und wird der Komplexität der Zusammenhänge, Probleme und deren
Ursachen nicht gerecht.
Es gibt hier in Westafrika viele regionale Kaufleute, die das
Getreide zur Erntezeit günstig einkaufen und entweder exportieren
oder später zu einem sehr viel höheren Preis wieder verkaufen. Sie
interessieren sich nicht wirklich dafür, ob jemand alles verkaufen
muss um zu überleben, für sie zählt lediglich der eigene Gewinn.
Hungersnot heißt eben in der hiesigen Wirklichkeit nicht immer, dass
kein Getreide vorhanden ist, sondern nur, dass es der Grossteil der
Bevölkerung nicht kaufen kann. Das hat meines Erachtens recht wenig
mit der Chicagoer Terminbörse und anderen Handelsplätzen zu tun.
Zudem gibt es manche Gewohnheiten wie etwa sehr üppige
Beerdigungsrituale, die auch viel Getreide verbrauchen; zum Einen
durch den Konsum bei der Veranstaltung selbst und zum Anderen, weil
man durch dessen Verkauf das für die Feier notwendige Geld bekommt.
Ebenso wenig fällt die zunehmende Verwüstung/Versteppung nur vom
Himmel oder wird lediglich von der Profitgier des Westens verursacht.
So ist es in unserer Gegend üblich, Tiere wie Esel, Schafe, Schweine
und Ziegen frei laufen zu lassen, was diese dazu nützen, um alles,
was irgendwie grün aus dem Boden sprosst, direkt abzufressen. Zudem
ist Holz als Brennstoff nur so lange ein nachwachsender Rohstoff, wie
er auch angepflanzt und nicht nur verbraucht wird. Hierzulande
verbraucht man gerne, für die Wiederaufforstung sind dann aber doch
wieder die von den bösen Industrienationen gesponserten Programme
zuständig, denn Privatmenschen pflanzen eher keine Bäume, außer ein
paar wenigen Fruchtbäumen.
Ich würde mir wünschen, dass etwas ausgewogener über die aktuelle
Situation berichtet wird und man Afrika samt seinen Bewohnern nicht
sofort von jeglicher Eigenbeteiligung an der Misere des Kontinents
freispricht. Ich glaube, gerade diese Haltung behindert Fortschritt
und hält davon ab, über notwendige Verhaltensänderungen in Afrika
nachzudenken. Wenn wir aus dem „Westen" schon von Vornherein sagen,
dass wir schuld sind an der Armut und die Menschen hier nichts dafür
können, werden sie noch viel länger brauchen, um eigenverantwortlich
zu handeln und selbständiger zu werden, gerade auch was die
kulturelle / gesellschaftliche Weiterentwicklung anbelangt.
Es gibt im Übrigen auch viele afrikanische Intellektuelle, die der
aktuellen Entwicklungspolitik der Industriestaaten und solchen
Wohltätern wie Bono und Bob Geldorf heftig widersprechen, auch wenn
es die politisch korrekte Szene nicht wahrhaben will. Hier möchte ich
unter anderem das Spiegel Special zum Thema Afrika (Nr.2/2007)
empfehlen, das dazu interessante Artikel enthält. Ich möchte mit
diesem Kommentar nicht unsere Industrieländer von ihrer Verantwortung
freisprechen, wir sollten dies aber auch nicht auf Seiten der
afrikanischen Staaten tun."
"Es ist nicht so, dass alle Afrikaner gut sind und ihre Armut nur ein
höheres und unabwendbares Schicksal ist, während alle Weißen
rücksichtslose Kapitalisten sind, die nun sogar noch mit
Nahrungsmitteln spekulieren, um ihren Reichtum zu mehren. Solch eine
Einteilung der Welt in Gute und Schlechte ist doch etwas zu schlicht
und wird der Komplexität der Zusammenhänge, Probleme und deren
Ursachen nicht gerecht.
Es gibt hier in Westafrika viele regionale Kaufleute, die das
Getreide zur Erntezeit günstig einkaufen und entweder exportieren
oder später zu einem sehr viel höheren Preis wieder verkaufen. Sie
interessieren sich nicht wirklich dafür, ob jemand alles verkaufen
muss um zu überleben, für sie zählt lediglich der eigene Gewinn.
Hungersnot heißt eben in der hiesigen Wirklichkeit nicht immer, dass
kein Getreide vorhanden ist, sondern nur, dass es der Grossteil der
Bevölkerung nicht kaufen kann. Das hat meines Erachtens recht wenig
mit der Chicagoer Terminbörse und anderen Handelsplätzen zu tun.
Zudem gibt es manche Gewohnheiten wie etwa sehr üppige
Beerdigungsrituale, die auch viel Getreide verbrauchen; zum Einen
durch den Konsum bei der Veranstaltung selbst und zum Anderen, weil
man durch dessen Verkauf das für die Feier notwendige Geld bekommt.
Ebenso wenig fällt die zunehmende Verwüstung/Versteppung nur vom
Himmel oder wird lediglich von der Profitgier des Westens verursacht.
So ist es in unserer Gegend üblich, Tiere wie Esel, Schafe, Schweine
und Ziegen frei laufen zu lassen, was diese dazu nützen, um alles,
was irgendwie grün aus dem Boden sprosst, direkt abzufressen. Zudem
ist Holz als Brennstoff nur so lange ein nachwachsender Rohstoff, wie
er auch angepflanzt und nicht nur verbraucht wird. Hierzulande
verbraucht man gerne, für die Wiederaufforstung sind dann aber doch
wieder die von den bösen Industrienationen gesponserten Programme
zuständig, denn Privatmenschen pflanzen eher keine Bäume, außer ein
paar wenigen Fruchtbäumen.
Ich würde mir wünschen, dass etwas ausgewogener über die aktuelle
Situation berichtet wird und man Afrika samt seinen Bewohnern nicht
sofort von jeglicher Eigenbeteiligung an der Misere des Kontinents
freispricht. Ich glaube, gerade diese Haltung behindert Fortschritt
und hält davon ab, über notwendige Verhaltensänderungen in Afrika
nachzudenken. Wenn wir aus dem „Westen" schon von Vornherein sagen,
dass wir schuld sind an der Armut und die Menschen hier nichts dafür
können, werden sie noch viel länger brauchen, um eigenverantwortlich
zu handeln und selbständiger zu werden, gerade auch was die
kulturelle / gesellschaftliche Weiterentwicklung anbelangt.
Es gibt im Übrigen auch viele afrikanische Intellektuelle, die der
aktuellen Entwicklungspolitik der Industriestaaten und solchen
Wohltätern wie Bono und Bob Geldorf heftig widersprechen, auch wenn
es die politisch korrekte Szene nicht wahrhaben will. Hier möchte ich
unter anderem das Spiegel Special zum Thema Afrika (Nr.2/2007)
empfehlen, das dazu interessante Artikel enthält. Ich möchte mit
diesem Kommentar nicht unsere Industrieländer von ihrer Verantwortung
freisprechen, wir sollten dies aber auch nicht auf Seiten der
afrikanischen Staaten tun."
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