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Entwicklung der Religion in Usbekistan

Auf der offiziellen Webseite von Usbekistan (www.uzbekistan.de) ist neben der patriotischen Beschreibung des Landes auch ein interessanter Artikel über die Entwicklung der Religion der Gegend von Mawarannahr (mittelalterliche Bezeichung für das Tal zwischen den Flüßen Syr-Darja und Amu-Darja). In diesem Artikel findet man heraus, dass der Zoroastrismus in Usbeistan entstanden sein soll und dass die Islamisierung der gegend aus wirtschaftlichen Gründen geschah. Leider haben es die Nestorianer nicht geschafft hier in die Geschichte einzugehen, weil es wohl peinlich wäre zuzugeben, dass eine starke missionarische Kirche auf diesem Territorium existierte.


"Archäologische Funde belegen, daß eine der ältesten Religionen der Welt - der Zoroastrismus - vor drei Jahrtausenden auf dem heutigen usbekischen Territorium entstand. Das heilige Buch des Zoroastrismus “Awesta”, das den ewigen Kampf für das Gute und den Sieg über das Böse zum Thema hat, ist ein einmaliges Zeugnis und läßt auf die Existenz eines mächtigen Staates mit hoher Kultur in dieser Region schließen. Im Jahre 2001 wurde auf Beschluß der UNESCO in Usbekistan die 2700jährige Existenz der heiligen Schrift der Vorfahren der Usbeken gefeiert.

Bekannt ist auch, daß das usbekische Territorium vor etwa zwei Jahrtausenden Brükke des Buddhismus zu den Ländern Mittel- und Ostasiens war. Bei archäologischen Ausgrabungen im an Afghanistan angrenzenden Gebiet Surchandarja wurden zahlreiche Ruinen buddhistischer Tempel gefunden.

Die vorislamische Kultur hatte einen immensen Einfluß auf den Islam in Zentralasien, der hier eine ganz eigene Ausprägung erhielt.

Der Islam kam im 8. Jahrhundert mit den arabischen Eroberern nach Usbekistan. Die Bevölkerung nahm ihn in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen an, denn die bekehrten Moslems waren von der Steuer befreit, die alle Andersgläubigen zu zahlen hatten. Allerdings bewirkte die Einführung des Islam und seiner Grundhaltung in Mawarannahr (dies ist die mittelalterliche Bezeichnung des Gebiets zwischen den Flüssen Amu Darja und Syr Darja, das heute usbekisches und zum Teil Territorium anderer zentralasiatischer Republiken ist) nicht die völlige Arabisierung wie im Fernen Osten und in Nordafrika, wo praktisch die gesamte Bevölkerung begann, Arabisch zu sprechen und wo die Völker ihre eigenen Sprachen vergaßen, ja zum Großteil auch die Lebensweise der Eroberer übernahmen. In Mawarannahr war das Arabische die Sprache der Religion und der Wissenschaft, es beeinflußte natürlich die regionalen Sprachen, wurde aber nicht zur Sprache des Alltags.

In Mawarannahr paßte sich der Islam an die neuen Bedingungen an, indem er Elemente der regionalen Kulte und Konfessionen aufnahm. Dies gab der Entwicklung des Islam und der Herausbildung einer eigenständigen moslemischen Kultur, der ethnische Toleranz und Offenheit immanent waren, wesentlichen Auftrieb."

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