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… weil Jesus unser Herr ist

In unserem Alltag gebrauchen wir öfter mal die Anrede „Herr“ für männliche Personen im Gegensatz zur Frau. „Herr Sowieso“ oder „Herr Direktor“ oder „Herr Polizist“ sind übliche Anredeformen. Dabei denken wir wenig über die Bedeutung des Wortes „Herr“ nach. Ursprünglich ist es eine Anrede eines Knechtes oder eines Geringeren gewesen, der seinen Herrn oder einen Befehlenden ansprach. Etwa im 9. Jahrhundert fand diese Anredeform auch angewandt auf den Gott im Himmel in die deutsche Sprache Einzug. Die Aussprüche „Lieber Herr“ oder „Herr Jesus“ stehen seitdem öfter mal am Anfang unserer Gebete. Aber auch hier ist es nicht selbstverständlich, dass wir wirklich meinen, was wir sagen. Oft machen wir uns viel zu wenig Gedanken darüber, was diese Anrede „Herr“ bedeutet.

Zu allen Zeiten existierte dieses Problem, dass Worte an Gott gerichtet in starkem Widerspruch zum Leben standen. So spricht Gott zum Volk Israel in Maleachi 1,6: „Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn! Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo ist die Furcht vor mir?“ Auch im Neuen Testament spricht Jesus in Lukas 6,46: „Was heißet ihr mich aber «Herr, Herr» und tut nicht, was ich sage?“ Aus diesen Bibelstellen wird deutlich, dass Gott vielmehr erwartet, als bloße Worte.

Gott möchte nicht nur eine passende Anrede von uns Menschen, sondern echte Anerkennung seiner Majestät erhalten. Solch eine Hochachtung drückt man nicht nur in Worten, Gebeten oder Liedern aus. Echte Anerkennung kann man nur mit einem Wort beschreiben – Liebe. Jesus sagte, dass das größte Gebot Gottes an die Menschen die „Liebe zu Gott“ sei. Gott erwartet von uns nichts Geringeres, als Liebe zu seiner Person. So wie Jesus damals den Petrus fragte „Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich?“, sollten auch wir uns täglich diese Frage stellen „liebe ich Gott wirklich?“

Als Zweites erwartet Gott von uns Menschen eine Bereitschaft zum Gehorsam. Jesus sagte es sehr passend in Matthäus 7,21: „Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ Oft denken wir ein moralisch richtiges Leben zu leben reicht schon aus um Gottes Willen zu erfüllen. Aber ich denke es ist noch viel mehr als das. Gott möchte, dass wir seine Träume träumen und Seinen Schmerz für die Welt mittragen. Gott möchte „dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1.Tim. 2,4). Gott sehnt sich danach die ganze Welt zu retten.

Was ist unsere Sehnsucht? Als der Apostel Thomas den Auferstanden Jesus erkannt hatte, sprach er: „…mein Herr und mein Gott.“ Das war keine bloße Anredefloskel. Diese Aussage wurde zum Lebensstil des Apostels. Er investierte sein Leben um auch den Heiden das Evangelium zu predigen. Die christliche Tradition berichtet über Thomas als einem Missionaren für den Osten. Er hatte die gute Nachricht bis nach Indien gebracht. Er lebte den Traum Gottes aus. Wenn wir Jesus nicht nur als Herrn anreden, sondern Er auch unser Herr ist, wird es unser ganzes Leben beeinflussen.

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